Haustier vermisst: Die ersten Stunden richtig nutzen
Stand: Juni 2026 · Lesezeit ca. 4 Minuten
Wenn Hund oder Katze nicht nach Hause kommt, zählt vor allem eines: schnell die richtigen Stellen erreichen. Diese Reihenfolge hat sich bewährt.
Die ersten Schritte
1Nächste Umgebung absuchen
Katzen verstecken sich oft ganz in der Nähe – in Kellern, Garagen, Schuppen, unter Terrassen oder auf Bäumen. Ruf ruhig und vertraut, schüttle die Futterdose, und suche auch bei Dämmerung noch einmal, wenn es still ist. Frag Nachbarinnen und Nachbarn, ob sie Nebenräume öffnen können.
2Vermisstmeldung bei der STMZ erfassen
Die Schweizerische Tiermeldezentrale (stmz.ch) ist die zentrale Anlaufstelle für vermisste und zugelaufene Tiere in der Schweiz. Erfasse die Meldung mit Foto, Fundort-Angaben und Datum. Wer ein Tier findet, meldet es häufig genau dort – oder ruft die Fundtier-Nummer an.
3Tierärzte, Tierheime und Polizei informieren
Gefundene Tiere landen typischerweise in einer Tierarztpraxis, in einem Tierheim oder bei der Polizei – dort wird als Erstes der Chip ausgelesen. Ruf die Praxen und Heime in deiner Umgebung aktiv an, statt zu warten. Melde den Verlust auch der kantonalen Meldestelle für Findeltiere.
4Chipdaten prüfen – der wichtigste stille Schritt
Der Chip nützt nur, wenn die hinterlegten Kontaktdaten stimmen. Prüfe jetzt bei AMICUS (Hunde) beziehungsweise ANIS (Katzen und andere Heimtiere), ob deine Telefonnummer und Adresse aktuell sind. Sehr viele Tiere werden gefunden, aber nicht zugeordnet, weil dort eine alte Nummer steht.
5Umfeld mobilisieren
Flyer mit klarem Foto, Beschreibung, Ort und Datum des Verschwindens sowie deiner Telefonnummer – aufgehängt an Quartierläden, Bushaltestellen, beim Tierarzt. Dazu Nachbarschafts- und Quartiergruppen sowie soziale Medien. Ein gutes, aktuelles Foto ist dabei mit Abstand das Wichtigste.
Was auf den Flyer gehört
- Aktuelles Foto, auf dem Fell und Zeichnung gut erkennbar sind
- Name, Tierart, Rasse, Grösse, Farbe, besondere Merkmale
- Ort und Datum des Verschwindens
- Hinweis „gechippt“ – das signalisiert, dass eine Zuordnung möglich ist
- Telefonnummer, unter der du wirklich erreichbar bist
Wenn das Tier zurück ist
- Vermisstmeldungen wieder deaktivieren – auch bei der STMZ und in Gruppen
- Tierärztlich abklären lassen, ob Verletzungen oder Parasiten vorliegen
- Prüfen, wie das Tier entkommen ist – Zaun, Fenster, Katzenklappe, Geschirr
- Kontaktdaten im Chipregister aktualisieren, falls dabei etwas aufgefallen ist
Nützliche Adressen
- STMZ – Schweizerische Tiermeldezentrale
- GST – Tier vermisst / gefunden
- amicus.ch – Hundedatenbank (Kontaktdaten prüfen)
- Tierheime, Tierarztpraxen und Polizeiposten in deiner Region
Hinweis: Allgemeine Information, keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Verletzung oder Vergiftung wende dich unverzüglich an eine Tierarztpraxis; die Vergiftungsnotfallnummer in der Schweiz lautet 145 (Tox Info Suisse). Abläufe und Zuständigkeiten können sich ändern. Stand: Juni 2026.